Aktuelle Projekte

AHeaD

AHeaD – Künftige Aufgabenteilung von Pflegefachpersonen und Hausärzten in der ambulanten Demenzversorgung: Aufgaben, Akzeptanz, Qualifikation

Bedingt durch den demographischen Wandel steigen die Zahl älterer Menschen und der Anteil an altersassoziierten Erkrankungen (insbesondere Demenz) in Deutschland an. Derzeit leben bundesweit ca. 1,5 Millionen Menschen mit einer Demenz. Diese sind auf eine, dem aktuellen medizinischen Stand der Wissenschaft entsprechende medizinisch-pflegerische Versorgung angewiesen. Aber auch die Akteure des Gesundheitswesens altern, sodass die Sicherstellung der bedarfsgerechten Versorgung bereits heute eine Herausforderung darstellt.

Die AHeaD Studie untersucht, wie die ambulante Versorgung von Menschen mit Demenz mit einer veränderten Arbeitsteilung von Pflegefachkräften und Hausärzten künftig gestaltet werden kann und sowohl von den Fachgruppen als auch von den Betroffenen und ihren Angehörigen akzeptiert wird. Die Studienergebnisse sollen genutzt werden, um ein neues Versorgungskonzept (nach §63 Abs. 3c SGB V) zu gestalten und Basis für die Weiterentwicklung der bestehenden G-BA-Richtlinie zur heilkundlichen Aufgabenübertragung (ärztlicher Tätigkeiten auf Angehörige der Kranken- und Altenpflegeberufe) in diesem Versorgungsbereich sein.

Gefördert: im Rahmen des Innovationsfonds beim Gemeinsamen Bundesauschuss.

Laufzeit: 1.5.2017-30.04.2020

CHANGE-3

CHANGE-3 - Verbesserung des Umgangs mit Antibiotika bei akuten Atemwegsinfekten in der deutschen Primärversorgung

Entwicklung und modellhafte Erprobung patientenorientierter Kommunikationsstrategien

In der BMG-geförderten Studie geht es um die nachhaltige Senkung des Antibiotikaverbrauchs bei akuten Atemwegsinfektionen im hausärztlichen Bereich durch eine Regionalintervention. Hierbei wird die Bevölkerung über verschiedene mediale Zugänge zielgruppenadaptiert ermutigt und befähigt (Patienten-Empowerment), sich zielführender als bisher in den Entscheidungsfindungsprozess einzubringen. Darüber hinaus wird der zusätzliche Nutzen einer Praxisteam-Intervention mit dem Ziel der praxisinternen Prozessoptimierung unter Nutzung von individuellem Verordnungsfeedback untersucht.

Laufzeit: 1.2.2017 – 31.1.2020

Förderkennzeichen: ZMVI1-2516FSB100

Gefördert durch: BMG

COFRAIL

Familienkonferenzen bei Frailty: Erhöhung der Patientensicherheit durch gemeinsame Priorisierung (COFRAIL)

Das Projekt COFRAIL zielt darauf, die hausärztliche Versorgung ambulanter Patientinnen und Patienten zu verbessern. In Familienkonferenzen sollen HausärztInnen gemeinsam mit den PatientInnen und ihren pflegenden Angehörigen besprechen, welche Behandlungsziele mit welchen Mitteln verfolgt werden sollen. Das Ziel ist ein gemeinsamer Beschluss darüber, welche medizinischen Maßnahmen weitergeführt oder ergriffen werden sollen und auf welche Maßnahmen verzichtet werden soll. Ein besonderes Augenmerk soll dabei auf die Priorisierung der Arzneimitteltherapie gelegt werden.

Gefördert: im Rahmende des Innovationsausschusses beim Gemeinsamen Bundesausschuss

Förderkennzeichen: Förderkennzeichen 01VSF17053

Laufzeit: 01.03.2018 - 28.02.2021

HIOPP-3

HIOPP-3: Projekt aus dem HIOPP-Forschungsverbund: Hausärztliche Initiative zur Optimierung der Patientensicherheit bei Polypharmazie - iTBX: Angemessene und sichere Medikation für Heimbewohner/innen mit Hilfe einer interprofessionellen Toolbox (AMTS-Toolbox

Die medikamentöse Versorgung in Einrichtungen der Langzeitpflege ist problematisch. Über die Hälfte aller Heimbewohner nehmen im Durchschnitt fünf und mehr Dauermedikamente ein. Das Risiko einer unangemessenen Medikation ist dabei sehr hoch, denn Arzneimittel können sich gegenseitig beeinflussen oder behindern. Das führt häufig zu unerwünschten arzneimittelbedingten Ereignissen und zu Klinikeinweisungen, die vermeidbar wären.

Das Ziel des Projektes HIOPP-3 „Interprofessionelle Toolbox (iTBX)“ ist es, die Arzneimitteltherapiesicherheit bei Heimbewohnern zu verbessern. Dafür soll der Medikationsprozess für alle beteiligten Berufsgruppen nachhaltig optimiert werden. Das umfasst neben Schulungen, die das Problembewusstsein stärken, auch die Einführung einer apothekerinitiierten Medikamentenübersicht. Darüber hinaus steht eine Auswahl erprobter Methoden zur Arzneimitteltherapiesicherheit, die „AMTS- Toolbox“, zur Verfügung. Die Studie erfolgt an 760 Heimbewohnern in 32 Einrichtungen der Langzeitpflege an den Standorten Hannover, Düsseldorf, Rostock und Tübingen. Während der Erprobungszeit wird untersucht, wie sich die Medikation als Reaktion auf die Einführung der iTBX verändert. Gleichzeitig wird der Einfluss auf die Lebensqualität der Betroffenen überprüft. Hierbei wird etwa ermittelt, ob die mit iTBX versorgten Heimbewohner weniger oft stürzen, seltener ins Krankenhaus eingewiesen werden oder seltener ihren Hausarzt kontaktieren. 

Im Erfolgsfall kann die Toolbox flächendeckend in das Gesundheitssystem eingeführt werden. Es kann allen Akteuren die Möglichkeit eröffnen, fachübergreifend eng zusammenzuarbeiten.

Laufzeit: 01.05.2017 - 30.04.2020

Gefördert durch: Innovationsausschuss des Gemeinsamen Bundesausschuss

InDePendent

InDePendent – Interprofessionelle Demenzversorgung: Aufgabenneuverteilung zwischen Hausärzten und speziell qualifizierten Pflegefachkräften in der hausärztlichen Versorgung von Menschen mit Demenz

InDePendent ist eine multizentrische, clusterrandomisierte kontrollierte Studie im hausärztlichen Setting, die auf den Vorarbeiten der Studien DelpHie-MV und AHeaD zum Thema der interprofessionellen Demenzversorgung beruhen.

Trotz der fast 1,6 Millionen Menschen, die an Demenz erkrankt sind, erhält nur eine Minderheit eine bedarfsgerechte und leitlinienkonforme Versorgung. Dabei wird die Versorgung und Betreuung von Menschen mit Demenz in der Häuslichkeit zum Großteil durch pflegende Angehörige – häufig ohne professionelle Unterstützung – geleistet. Hierbei werden die medizinischen, pflegerischen und sozialen Bedürfnisse von pflegenden Angehörigen und daraus sich entwickelnde psychische und somatische Erkrankungen häufig übersehen. Dies beeinträchtigt wiederum die qualitativ hochwertige Versorgung und Pflegetätigkeit der an Demenz erkrankten Personen oder macht diese gar unmöglich.

Ziel des InDePendent Modellprojektes ist es daher, die Lebens- und Versorgungssituation von Menschen mit Demenz und ihrer pflegenden Angehörigen in der Häuslichkeit durch eine Aufgabenneuverteilung zwischen speziell qualifizierten Pflegefachpersonen und Hausärzten zu verbessern. Hierbei werden Pflegefachpersonen für ein sektoren- und professionsübergreifendes Dementia Care Mangement ausgebildet. Das Ziel ist es, die bisher typischerweise von Ärzten ausgeführten Tätigkeiten (z.B. Erkennung der Notwendigkeit und Verschreibung von Heil- und Hilfsmitteln) auf die speziell qualifizierten Pflegefachpersonen zu übertragen. Im Fokus der Qualifizierung der Pflegefachpersonen steht dabei eine Kombination aus Präsenzphasen und e-Learning Modulen. Die Aufgabe des Instituts für Allgemeinmedizin besteht in der Entwicklung der e-Learning Module und der Vermittlung der kommunikativen Inhalte.  

Laufzeit: 01.11.2019 bis 30.04.2023

Gefördert: Im Rahmen des Innovationsfonds beim Gemeinsamen Bundesausschuss

MERMAIDS-ARI

Multizentrische EU-Studie zu bedeutenden Infektionssyndromen – Atemwegsinfekte bei Erwachsenen (MERMAIDS-ARI)

Die internationale, multizentrische Observationsstudie MERMAIDS-ARI zielt darauf ab, Unterschiede bei erwachsenen Patienten mit akuten Atemwegsinfekten (hinsichtlich verschiedener Komorbiditäten, infektiöser Pathogenese und Krankheitsschwere) aufzuzeigen, um die Therapiemöglichkeiten zu optimieren und individuell anzupassen.

Dazu werden sowohl in der Primärversorgung als auch in der Sekundärversorgung Patienten mit akuten Atemwegsinfekten zu drei Erhebungszeitpunkten Abstriche aus dem Nasen-Rachen-Raum und Blut entnommen sowie der Krankheitsverlauf und die Krankengeschichte ausführlich dokumentiert.

MERMAIDS-ARI ist ein Teil des Forschungsverbundes PREPARE.

Hier gelangen Sie zur MERMAIDS-ARI-Homepage

Gefördert durch: die EU (Fördernummer 602525 )

Trialregistrierung: ISRCTN18034878

RESIST

Evaluation des Versorgungsprogramms RESIST - RESISTenzvermeidung durch adäquaten Antibiotikaeinsatz bei akuten Atemwegsinfektionen

Etwa 39 Millionen Antibiotikaverordnungen gibt es in Deutschland pro Jahr, immer noch zu viele. Die Folge: Resistenzbildungen, vermeidbare Neben- und Wechselwirkungen. Um die Zunahme multiresistenter Keime einzudämmen und die Wirksamkeit bestehender Antibiotika zu erhalten, haben der Verband der Ersatzkassen e. V., seine Mitgliedkassen und acht Kassenärztliche Vereinigungen ein Projekt zur Verringerung unnötiger Antibiotikaverordnungen entwickelt.

Im Rahmen des Modellprojektes „RESISTenzvermeidung durch adäquaten Antibiotikaeinsatz bei akuten Atemwegsinfektionen“ sollen ÄrztInnen und PatientInnen für das Thema Resistenzbildungen sensibilisiert und zu einem noch verantwortungsvolleren Umgang mit Antibiotika bei akuten Atemwegsinfekten motiviert werden. Ein zentraler Ansatzpunkt ist die Arzt-Patienten-Kommunikation und ganz konkret die Förderung der gemeinsamen Entscheidungsfindung. Hierzu wurden spezifische Instrumente entwickelt, darunter eine Online-Schulung für ÄrztInnen sowie ein Instrumentenkoffer, der unter anderem Informationsflyer für PatientInnen und Entscheidungshilfen für ÄrztInnen und PatientInnen enthält. Von dem Projekt sollen alle Ersatzkassenversicherten mit Verdacht auf einen Atemwegsinfekt profitieren, die eine/n der teilnehmenden ÄrztInnen aufsuchen.

Das Institut für Allgemeinmedizin begleitet die Studie wissenschaftlich und erfasst die Effekte der in RESIST eingeführten neuen Versorgungsform. Dies erfolgt auf zwei Ebenen. Zum einen wird auf der Grundlage von routinemäßig erfassten Behandlungsdaten quantitativ erfasst, inwieweit die durch-geführte Intervention die Verordnung von Antibiotika in den 3.000 teilnehmenden Praxen beeinflusst. Darüber hinaus wird mittels eines qualitativen Ansatzes untersucht, wie die Intervention in den Praxen auf Ebene der ÄrztInnen, PraxismitarbeiterInnen und PatientInnen wahrgenommen und umgesetzt wird.

Gefördert durch:Mittel aus dem Innovationsfonds des gemeinsamen Bundesausschusses (GBA) zur Förderung von neuen Versorgungsformen; Antragsteller bzw. Konsortialführung: Verband der Ersatzkassen e.V.

Förderkennzeichen: 01NVF16005

Laufzeit: 15.12.2016 – 14.03.2020

RESPONSE

RESPONSE – Partnerschaft für Innovation in der Implantattechnologie

Das RESPONSE-Konsortium widmet sich in seinen Basisvorhaben der Erarbeitung und Implementierung medizinisch relevanter Therapiekonzepte mit innovativen Implantaten. Ziel ist die Entlastung des Gesundheitssystems bei der Behandlung von Volkskrankheiten und der Versorgung multimorbider Patienten. Im Fokus stehen dabei die drei medizinischen Applikationsfelder Herz-Kreislauf-System, Auge und Ohr.

Im Basisvorhaben 3 geht es um die System- und Innovationsforschung als Voraussetzung für die Planung von Forschung- und Entwicklungsprozessen bei Implantatinnovationen mit dem Ziel wirtschaftlich tragfähige Lösungen unter Einbeziehung der Patientenperspektive zu erarbeiten.

Die Aufgabe des Instituts für Allgemeinmedizin besteht in der Entwicklung geeigneter bevölkerungsmedizinischer Konzepte zur gemeinsamen Entscheidungsfindung von Arzt und Patient (Shared Decision Making) in der interventionellen Versorgungsforschung. Dabei geht es um die Bewertung der Einsatzmöglichkeiten neuer Implantat-Generationen auf den verschiedenen Versorgungsebenen vor dem Hintergrund des Erhalts der Lebensqualität, Erwerbsfähigkeit und selbst bestimmten Lebensführung einer alternden Bevölkerung. Im Zusammenhang mit der Implantatauswahl soll vermehrtes Augenmerk auf die subjektiven Präferenzen und Erwartungen der Patienten gelegt werden, um darauf aufbauend Strategien zur Optimierung der Patientenversorgung abzuleiten.

Hier gelangen Sie zur RESPONSE-Homepage

Laufzeit:                      01.10.2015 – 30.09.2018

Gefördert durch:    das BMBF im Rahmen des Programms „Zwanzig20 – Partnerschaft für Innovation“

VALUE-DX

VALUE-DX - Community acquired acute respiratory tract infection (CA-ARTI) in community care in Europe: point prevalence audit study (PPAS) of presentation and management.

Diese Studie zielt auf die Beschreibung von Präsentation und Behandlung von Patient_innen mit ambulant erworbenen Atemwegsinfekten in der Primärversorgung ab (in etwa 20 EU-Mitgliedstaaten und H2020-assoziierten Ländern). Hierzu werden konsekutiv Patient_innen in Hausarztpraxen registriert und - in einer Fortsetzung - auch COVID-spezielle Aspekte erfasst.

Value-Dx ist ein Teil des Forschungsverbundes PREPARE.

Gefördert durch: die EU

Trialregistrierung:

Ansprechpartnerin

Femke Böhmer

SOS-COVID

SOS-COVID - SARS-CoV-2 Observational Study of community acquired acute respiratory tract infection during a time of widespread suspected COVID-19 in European primary care​.

Das Projekt SOS-COVID baut auf dem VALUE-Dx-Projekt auf. Es werden (anonymisiert) Konsultationen von Patient_innen mit ambulant erworbenen akuten Atemwegsinfektionen (CA-ARTI) in der hausärztlichen Versorgung registriert. Betrachtet wird die Präsentation sowie der Schweregrad der Erkrankung, die Krankheitsmerkmale und das Management (diagnostische Tests, verschriebene und empfohlene Behandlungen, sonstige angebotene Beratungen) von fast 5000 Patient_innen in 18 europäischen Ländern. Dies wird erweitert um mikrobiologische Analysen aus Nasen-/Rachenabstrichen.

Ziel ist die Beschreibung von:

1) dem Anteil der Patienten, die in der Primärversorgung Symptome von CA-ARTI aufweisen und eine Infektion mit SARS-CoV-2 bestätigt haben;

2) der typischen klinischen Präsentation der SARS-CoV-2-Infektion in der Primärversorgung und der Ergebnisse von COVID-19 in der Gemeinde;

3) des Hausarzt- und Selbstmanagements von Patienten mit Verdacht auf COVID-19 in der Primärversorgung während der Pandemie;

4) Risikofaktoren für den Erwerb von COVID-19 und für ein schweren Verlauf von COVID-19;

5) Unterschiede zwischen den europäischen Ländern in den oben genannten Aspekten.

Value-Dx ist ein Teil des Forschungsverbundes PREPARE.

Gefördert durch: die EU

Ansprechpartnerin

Femke Böhmer

Koordinierender Projektpartner

UMC Utrecht

RECOVER-QUAL

RECOVER-QUAL - Rapid European SARS-COV-2 Emergency research Response (RECOVER): Qualitative interviews with patients and healthcare professionals.

Diese qualitative Studie untersucht, welche Ansichten und Erfahrungen Angehörige der Gesundheitsberufe in der Primärversorgung und Patient_innen während und zu der COVID-19-Pandemie haben.

Fragestellungen:

1. Erfahrungen der Angehörigen der Gesundheitsberufe mit der Erbringung von Versorgungsleistungen während der COVID-19-Pandemie, einschließlich Anpassungen der Leistungserbringung wie Telemedizin.

2. Wahrnehmung des persönlichen COVID-19-Risikos und des Präventionsverhaltens durch Angehörige der Gesundheitsberufe.

3. Patientenperspektive über die Inanspruchnahme von medizinischer Versorgung während des Ausbruchs von COVID-19 und der Wahrnehmung der erhaltenen Versorgung. 

4. Wahrnehmung des persönlichen/familiären Risikos von COVID-19 durch die Patienten sowie Berichte zum Präventionsverhalten vor und nach der Konsultation in der Primärversorgung, einschließlich der häuslichen Pflege.

5. Patientenwahrnehmung zur Forschungsbeteiligung während einer Pandemie.

6. Unterschiede in den Ansichten und Erfahrungen von Patient_innen und Angehörigen der Gesundheitsberufe in verschiedenen EU-Ländern. 

Value-Dx ist ein Teil des Forschungsverbundes PREPARE.

Gefördert durch: die EU

Trialregistrierung:​